Vogelfutterstelle im Garten

Hier gehts um unsere anderen plüschigen schuppigen, zwei-, vier- und nochmehr (oder weniger) beinigen Freunde.

Vogelfutterstelle im Garten

Beitragvon Rohana » Mo 19. Nov 2018, 17:00

Die letzten Jahre hatte ich hier im (Hinterhof-)"Garten" ein nettes Büffett für die Gartenvögel aufgebaut: verschiedene Sorten Meisenknödel, Fettfutterstangen und -kokosnüsse etc., zwei Vogelhäuschen mit unterschiedlicher Bestückung und auch ausgestreute Erdnüsse und Rosinen und mal einen matschig gewordenen Apfel o. ä. Das ging alles, weil es einen großen Blutjohannisbeerstrauch gab, zwei wild aufgegangene, schön gewachsene Holunderbäume und eine ebenfalls wild aufgegangene Kastanie: genug Äste, an die ich was hängen oder auf die ich was aufspießen konnte.
Nun hat ein enthemmter Hausmeister nicht nur die Blutjohannisbeere zurückgeschnitten (was er sollte*), sondern die drei Bäumchen ratzputz entfernt. Heul!
Jetzt gibt es überhaupt keinen Platz mehr, wo ich Meisenknödel etc. aufhängen kann.

Nun hab ich geschaut nach einem System, wo man Knödel etc. irgendwie an einem Pfosten anhängen kann, fand aber nur das System von Vivara, das mit verschiedener Bestückung ganz schön ins Geld geht. Hat von Euch jemand einen Tip für mich?
Wo hier im Viertel rundherum so viel Kahlschlag passiert ist in den letzten Jahren und alles schön ordentlich gepflastert und zugebaut wurde, will ich wenigstens die paar verbliebenen Vögelchen noch über den Winter bringen ...

*Der Strauch war über die letzten Jahre überhaupt nicht gepflegt worden, kahlte von innen aus - und bei einem der Frühjahrsstürme war entweder ein dicker Ast oder irgendwas von einem Balkon heruntergewehtes mitten reingekracht und hatte ihn ganz schön demoliert, das waren jetzt mehr tote Äste als lebende. Aber er schlägt von unten wieder schön aus.
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Re: Vogelfutterstelle im Garten

Beitragvon romulus » Mo 19. Nov 2018, 17:15

Hast Du einen Balkon oder wie muss man sich den "Hinterhof" vorstellen?
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Re: Vogelfutterstelle im Garten

Beitragvon Berg-Eule » Mo 19. Nov 2018, 18:04

Hallo Susanne, schau mal bei der Firma Peacock Garden Supports, die haben alle möglichen Stangen und Gebilde, wo man was dranhängen kann, Preise habe ich allerdings nicht nachgeschaut, oder fahr zu einem Gartencenter (Dehner?). Es könnte z. B. ein Gestänge sein, das wie eine Schaukelaufhängung aussieht oder woran man Bohnen hochzieht, muss ja nicht unbedingt ein Stab mit passendem aufsetzbarem Rondell und entsprechend edlen Futtermodulen sein. Wichtig ist nur, dass die Stützen nicht aus Holz sind, damit Katzen nicht hinaufklettern können.

Es ist wirklich traurig, wie viel Natur in letzter Zeit in den Städten verschwunden ist. In unserer Siedlung gab es einen totalen Generationenwandel: Als wir 1979 herzogen, lebten in fast allen anderen Häusern ältere Ehepaare, in den Gärten standen Obstbäume, Kastanien, Nussbäume, Beerensträucher, … Inzwischen sind wir hier die Alten und auch fast die einzigen, die noch einen Garten mit Bäumen und Sträuchern haben; die Jungen haben alles Hohe ausgerodet, es gibt nur noch ein paar blühende Stauden und häufig statt Rasen Kieselsteine. :-((( Und so sehe ich das auch oft in anderen Siedlungen.

Bei uns gibt es z. B. keine Elstern mehr, weil denen die hohen und kräftigen Nistbäume fehlen.
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Re: Vogelfutterstelle im Garten

Beitragvon Rohana » Mo 19. Nov 2018, 18:13

Der Balkon gehört Schneck ... die fände das natürlich toll, wenn ihr da die Spatzen ins Maul fliegen würden ... :-))

Nein, das ist der Garten hinter dem Mehrfamilienhaus, in dem wir wohnen. Auf zwei Seiten ist er vom Haus begrenzt, an einer dritten von einer niedrigen Hecke und einer großen alten Birke zum Nachbargrundstück. Die drei Seiten bilden ein "U", und wir wohnen quasi unten in der Schmalseite des "U". Die vierte Seite, das "U" oben schließend, war bis zum Frühsommer eine ca. 5 m hohe Mauer, schön mit Efeu berankt, die zu einer längst aufgelassenen Kohlenhandlung gehörte. Die wurde wegen akuter Baufälligkeit abgerissen, nun ist da ein Maschendrahtzaun zu einem Parkplatz (auf dem ehemaligen Kohlenhandlungs-Gelände). Im Efeu nisteten die Amseln und alles mögliche andere Vogelgetier suchte da drin nach Spinnen und Käferchen - dahin. Durch diese Umbauung war das Areal recht geschützt, dazu kamen - randlich - die kleinen Bäumchen und die üppige Blutjohannisbeere.

Der "Garten" verdient den Namen nicht. Einstmals war da auch Wiese, als es noch einen im Haus wohnenden Hauswart gab, der sich kümmerte. Nun, nach dem trockenen Sommer, den Schäden durch die Abrißarbeiten und die allgemeine Vernachlässigung (nicht nur im Garten, auch im Haus wird einfach nichts getan) ist das eine Wüstenei mit ein paar robusten Moosen und so Sachen wie Spitzwegerich u. ä. Das ist also alles sehr kahl, sehr offen, und ich habe höchste Zweifel, ob die Vögel überhaupt noch an meine Futterstelle kommen. Durch allerlei Kahlschlag im Umfeld hat die Zahl der Singvögel ohnehin stark abgenommen in den letzten Jahren, das ist auffällig und richtig, richtig traurig. Dompfaff, Buchfink, Buntspecht, Rotkehlchen - das habe ich im Sommer alles nicht mehr gesehen und auch nicht gehört. Die Spatzen und Meisen sind auch viel weniger geworden. :-((
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Re: Vogelfutterstelle im Garten

Beitragvon Berg-Eule » Mo 19. Nov 2018, 18:19

Susanne, auch wir hatten im Sommer kaum Vögel im Garten, ich denke, die meisten waren im nahen Wald, wo sich noch Feuchtigkeit hielt und somit auch noch Würmer etc. lebten. In den Gärten der Städte ist vermutlich viel an sog. "Ungeziefer" kaputt gegangen. Seit es wieder früh neblig war, sind hier die Meisen zurück gekommen und tummeln sich an meinen Futtersilos und Netzchen mit Nüssen etc., suchen aber auch die Äste ab. Allerdings ist die Artenvielfalt in den letzten Jahren gewaltig rückläufig, es kommen fast nur noch Meisen.
Einen lieben Gruß von

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Re: Vogelfutterstelle im Garten

Beitragvon Rohana » Mo 19. Nov 2018, 18:29

Danke für den Tipp, Gabriele! Ich habe gesehen, daß unser lokaler Toom-Baumarkt die Produkte von Peacock hat, da werd ich dann mal hinfahren. Nach erfolglosen Besuchen bei Bauhaus und Futterhaus habe ich heute keine Lust mehr gehabt, ausgerechnet den Toom hatte ich mir gespart ...

Oh weh, Gabriele, das ist schade, wenn zugewachsene Gärten so bereinigt werden. Wir haben uns letzte Woche ein Haus angeschaut, das zu verkaufen ist - da waren große Flächen im Garten mit Kies bestreut und mit Koniferen bepflanzt. Pflegeleicht, aber gruselig, vor allem eine skelettartige Araukarie wäre sofort gefallen, wenn wir die Hütte gekauft hätten (was wir nicht tun werden) - da würde selbst ich zum Baummörder!

Bei uns gegenüber war das alte Stadtkrankenhaus mit einem parkartigen Gelände drumherum. Die Klinik ist in eine große, moderne Anlage am Stadtrand gezogen, das Gelände wurde dann an einen Investor verkauft. Der hat als erste Tat den Park dem Erdboden gleichmachen lassen, und jetzt wird Zug um Zug alles bebaut und gepflastert. Als dort die großen Bäume fielen, hab ich nur noch hemmungslos geheult. Ein Teil dieses Parks war ein Dickicht aus alten Obstbäumen und Fliedern und anderen Sträuchern, ein Paradies! Das hat man im Jahr darauf weg-gebulldozert. Jetzt ist da Parkplatz ... Die Abnahme der Singvogelpopulation genau in diesen beiden Sommern war wirklich überdeutlich, ein Nachbar hat mir das auch bestätigt (ein erfahrener Schrebergärtner mit Sinn für Natur).

Meisen haben wir immerhin noch, Kohl- und Blaumeisen. Die waren im Spätsommer wieder in der riesigen Kastanie im Nachbargarten und haben generalstabsmäßig die Miniermotten-Räupchen abgepickt. Das ist herrlich, ständige Kontaktlaute, der ganze Baum piepst. Vor allem die kleinen Blaumeisen sind so leicht, die können sich an einen der "Finger" von so einem großen Kastanienblatt hängen und das absuchen.
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